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II. Zuzahlungsregelung

Achtung!!! Alle alten Befreiungsausweise verlieren zum Jahresende ihre Gültigkeit! Dies gilt auch dann, wenn die alten Befreiungsausweise eine Gültigkeit über diesen Zeitraum hinaus ausweisen.
 

Die Zuzahlungsregelung:

Der Patient hat je Fahrt 10 % der Beförderungskosten einer verordneten (bei einer genehmigungspflichtigen und genehmigten) Beförderung - mindestens 5 Euro und höchstens 10 Euro - zu entrichten. Kostet die Fahrt weniger als 5 Euro, ist der Fahrpreis zu zahlen.

Belastungsgrenze seit 2011:

Grundsatz: 2 % der jährlichen Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt.
Ausnahme: 1 % der jährlichen Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt bei schwerwiegend chronisch Kranken, die wegen der selben Krankheit in Dauerbehandlung sind.

 

Wer ist schwerwiegend chronisch krank?

Versicherte die in einem Jahr mindestens einmal pro Quartal ärztlich behandelt werden (Dauerbehandlung) und für die eines der folgenden Merkmale zutrifft:

  • Es liegt Pflegestufe II oder III vor.

  • Es liegt ein Grad der Behinderung (GdB) oder Erwerbsminderung (MdE) von mindestens 60% vor.

  • Es ist eine kontinuierliche Medizinische Versorgung notwendig, ohne die nach ärztlicher Einschätzung eine lebensbedrohliche Verschlimmerung, eine Verminderung der Lebenserwartung oder eine dauerhafte Beeinträchtigung der Lebensqualität zu erwarten ist.

Liegt eine der Voraussetzungen vor, bestätigt Ihr Arzt dies auf der "ärztlichen Bescheinigung zur Feststellung der schwerwiegend chronischen Erkrankung".

Überschreiten der Belastungsgrenze:

Patienten, die ihre persönliche Belastungsgrenze erreichen, werden auf Antrag für den Rest des Kalenderjahres von weiteren Zuzahlungen von der Krankenkasse freigestellt. Die Krankenkasse ist verpflichtet, dann eine entsprechende Bescheinigung über das Überschreiten der Belastungsgrenze zu erteilen. Für die Belastungsgrenze sind alle Zuzahlungen, also nicht mehr nur wie bisher die für Arznei- und Verbandsmittel, Fahrtkosten und Heilmittel, sondern auch bspw. die Zuzahlungen im Krankenhaus, bei stationären Vorsorge und Reha-Leistungen sowie weitere Hilfsmittel, die bisher unberücksichtigt blieben, einzubeziehen.

Für die Berechnung der Belastungsgrenze ist zu beachten:

  • Für den ersten im gemeinsamen Haushalt lebenden Familienangehörigen/Lebenspartner vermindern sich die Bruttoeinnahmen in 2011 um 4599 Euro, für jedes Kind 7008 Euro.

  • Beschädigten-Grundrenten nach Bundesversorgungsgesetz u. ä. werden nicht angerechnet.

  • Für Patienten, die Leistungen nach dem Bundessozialhilfegesetz, im Rahmen der Kriegsopferfürsorge nach dem Bundesversorgungsgesetz erhalten oder deren Heimunterbringungskosten von einem Sozialhilfeträger oder der Kriegsopferfürsorge getragen werden bzw. für Sozialhilfeempfänger ist der sog. Regelsatz für Haushaltsvorstände für die Berechnung der Bruttoeinnahmen maßgeblich.
 

Wegen der Schwierigkeiten der Berechnung ist zwingend die Beratung bei der Krankenkasse zu empfehlen, die eine theoretische Berechnung durchzuführen hat.
Die hier enthaltenen Informationen beruhen auf den aktuell vorliegenden Erkenntnissen, haben aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Diese Information bietet keine Rechtsgrundlage für Haftungsansprüche!

Quelle: AOK - Zuzahlungen 2011 auf einen Blick

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